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ENSI Erfahrungs- und Forschungsbericht 2011
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Osmose, Hyperfiltration), Gastransportpfade so-
wie felsmechanische Eigenschaften (Gesteinsfes-
tigkeiten) erwähnt. Zum besseren Verständnis die-
ser Phänomene ist ein Einblick in den Nano-Ska-
lenbereich notwendig. Ziel des Workshops war es
deshalb, den aktuellen Stand von Wissenschaft
und Technik auf diesem Gebiet aufzuzeigen. Die
heute verfügbaren Techniken sind klassische rönt-
genografisch-elektronenmikroskopische-spek tro-
skopische Methoden wie µ-XRF/XAS (micro-X-Ray
Fluorescence/micro-X-Ray Absorption Spectrosco-
py), TEM-EDS (Transmission Electron Micro scopy
coupled to Energy Dispersive detection System),
SEM-EDX (Scanning Electron Microscopy coupled
to Energy Dispersive X-ray Spectroscopy), nano-
SIMS (nano-Secondary Ion Mass Spectro scopy).
Dazu kommen Neuentwicklungen wie QENS (Qua-
sielastic Neutron Scattering), FIB-nt (Focused Ion
Beam nano-tomography) sowie die Verwendung
von Spallationsneutronen- oder Synchrotron-Quel-
len (z.B. µ-XANES = micro X-ray Absorption Near
Edge Structure). Mit diesen Verfahren ist heu-
te eine Auflösung bis in den Nanometer-Bereich
möglich. Ein eindrückliches Beispiel der Anwen-
dung verschiedenster Methoden präsentierte
D. Grolimund (PSI-SLS) anhand der Abbildung
eines Cäsium- Migrationsversuches an Kernproben
von Opalinuston.
Bedeutung des Projekts für die
nukleare Sicherheit
Der Clay Club der OECD/NEA ist eine wichtige
internationale Plattform für die Tongesteinsfor-
schung, in der Vertreter der Sicherheitsbehörden,
der Hochschulen, der Industrie sowie der Endlager-
projektanden ihr Wissen einbringen und austau-
schen können. Die Mitwirkung des ENSI im Clay
Club liefert wichtige Grundlagen r die sicher-
heitstechnische Beurteilung geologischer Tiefen-
lagerprojekte.
Ausblick
Für die nächsten zwei Jahre haben sich die Mit-
glieder des OECD-NEA Clay Clubs auf folgende
vier Arbeitsschwerpunkte geeinigt:
Ausarbeitung eines Dokumentes über die für die
Sicherheitsbeurteilung von Tongesteinen rele-
vanten FEP’s (Features, Events, Processes).
Dokumentation der Tagungsergebnisse «Ima-
ging and Nano Scale Characterisation of Clays»
in einem NEA-Bericht bis Mitte 2012.
Vorbereitung eines Workshops zum Thema
«Molekulare Modelle für Tongesteine und de-
ren Hochskalierung für die Sicherheitsanalyse»
(2013).
Workshop zum Thema «Gastransport in Tonge-
steinen» (koordiniert durch IGSC in 2013).
Zum Thema «Anomale Druckhöhen in Tongestei-
nen» ist an der nächsten internationalen Clay Con-
ference in Montpellier (F) im September 2012 eine
spezielle Session geplant.
Um die Zusammenarbeit mit Industrie und Akade-
mie zu verstärken, ist für 2014 geplant, das Clay
Club Steering Meeting zusammen mit der Jahres-
tagung der Clay Mineral Society (CMS) durchzu-
führen. Der Clay Club schlägt für die Tagung ei-
nen Programmbeitrag zur geologischen Tiefenla-
gerung in Tongesteinen unter dem Spezialthema
«Further development of microscopic observation,
modelling technique and upscaling of argillaceous
formations for PA» vor.
1.7.4 Forschungsprojekte zu den
Themen Monitoring, Pilotlager
und Lagerauslegung
ENSI-Projektbegleiter/in: Erik Frank (Monito-
ring), Ann-Kathrin Leuz (Pilotlager), Meinert Rahn
(Lager auslegung)
Einleitung
Die drei hier beschriebenen Projekte werden vom
ENSI geleitet, sind aber zugleich Teil des For-
schungsprogramms «Radioaktive Abfälle». Dieses
Forschungsprogramm wurde von der Arbeits-
gruppe des Bundes für die nukleare Entsorgung
(Agneb) initiiert.
Ein geologisches Tiefenlager für radioaktive Abfäl-
le besteht gemäss Kernenergieverordnung (KEV)
aus einem Hauptlager, aus einem Pilotlager und
aus Testbereichen. Das Pilotlager enthält einen
kleinen, aber repräsentativen Anteil des Lagerin-
ventars. Mit Hilfe des Pilotlagers ist das Verhalten
der Abfälle, der Verfüllung und des Wirtgesteins
bis zum Ablauf der Beobachtungsphase zu über-
wachen. Die Ergebnisse dienen der Erhärtung des
Sicherheitsnachweises und müssen auf das Haupt-
lager übertragbar sein. Die Ergebnisse aus dem Pi-
lotlager bilden somit eine Grundlage für den nach
der Beobachtungsphase erfolgenden Entscheid
des Lagerverschlusses.
Das schweizerische Standortauswahlverfahren er-
folgt gemäss dem Sachplan geologische Tiefen-
lager. In dessen Etappe 1 wurden von der Natio-
nalen Genossenschaft r die Lagerung radioak-
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